Freitag, 10. Januar 2020

Kunst einmal total Banane


Bud Spencer-Fans wissen schon seit dem Film „Banana Joe“, dass Bananen die „härteste Währung“ der Welt sind. 17 Jahre später, im Dezember 2019, traf nun auch der Kunstmarkt auf der Art Basel Miami sein Urteil über den Wert von Bananen:
2 der 3 mit Klebeband an eine Wand montierten Bananen aus Maurizio Cattelans Objekt-Installation „Comedian“ wurden für je 108.500 Euro das Stück an SammlerInnen verkauft. Medial wichtig und berichtenswert schien diese Preisfindung allerdings erst, als sich  ein anderer Künstler eine dieser Bananen unerlaubt im Rahmen seiner Performance „Hungry Artist“ einverleibte.

Wieso sollte diese Banane mit Klebeband ein Kunstwerk gewesen sein?
Wieso zahlt jemand 108.500 Euro für eine Banane mit Klebeband?
Wie viele Jahrzehnte müsste ein durchschnittlich bezahlter Bananenpflücker arbeiten, um sich diese Banane leisten zu können? 
Wird die Käuferin jetzt das Geld zurückbekommen oder muss sie sich jetzt mit einer Ersatz-Banane begnügen?
Was sollte das Aufessen der Banane bedeuten? 
Wird der „Esser“ jetzt Geld als Schadensersatz zahlen müssen?
Kann der „Esser“ das (Verdauungs-)Ergebnis seiner Ess-Performance später erneut als Künstler-Scheiße – Piero Manzoni lässt grüßen – auf den Kunstmarkt bringen, um es dann ebenfalls hochpreisig zu verkaufen?
War das Ganze vielleicht nur ein zuvor abgekartetes PR-Spektakel der beiden Künstler?

Stoff genug für Diskussionen und mehr oder weniger Bananen-zentrierte Kunstgeschichtseinblicke im Rahmen des BE-Unterrichts. (Duchamps „Ready-Mades“, Joseph Beuys „Fettecke“ und ihre spätere Transformation durch Entfernung und Destillation, Daniel Spoerris „Fallenbilder“, Warhols Bananen-Plattencover für „Velvet Underground“, Basquiats „Brown Spots“-Portrait von Warhol als Banane …) 
Die BORG-eigene Bananen-Installation „Ceci n’est pas un Cattelan“ (Banane für 0,17 Euro mit Klebeband für 0,10 Euro) wurde leider vor Eingang erster Millionengebote Opfer der Performance „Hungriger Schüler“. Der mediale Aufschrei der Schülerzeitung blieb bislang jedoch aus. 




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